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  1. #1
    Administrator Avatar von Mick Baxter
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    Wozu dient eine Definition?

    Reicht nicht einfach eine Beschreibung der typischsten Erscheinungsformen?

    Das COMIC!-Jahrbuch ist keine wirklich wissenschaftliche Publikation. Deshalb erscheint es mir sinnvoll zu erklären, warum eine präzise Definition von "Comic" von Vorteil ist.

    Wer traut sich?

  2. #2
    Lukas Wilde
    Gast
    Ich mache gerne mit, das Thema interessiert mich sehr. Die Kurzfassung meines Arguments (das man anderswo ausführlicher nachlesen kann):

    Eine Definition dient zunächst einmal dem Einschluss und Ausschluss. Dafür mag es viele plausible u.v.a. praktische Gründe geben, für Künstler_innen andere als für Verlagshäuser. Wissenschaftlich zumindest ist damit aber kaum etwas gewonnen. Im Gegenteil, dieser Versuch hat sich sogar als prinzipiell unseriös erwiesen. Wir können hier aufschlussreiche Parallelen zur Entwicklung der "Genre"-Theorie ziehen. Bis in die 1980er Jahre hinein haben Filmwissenschaftler_innen etwa gerne versucht, 'objektive' Definitionen z.B. des "Western" zu finden; irgendwann hat man gemerkt, man beschreibt dabei nur Merkmale einer Gruppe typischer Werke, die man unbedingt in seinem (so definierten) "Western"-Kanon haben möchte. Andere schließt man damit aus, aus den Lexika, Seminaren und Geschichtsschreibungen. Anders gesagt: man bringt damit das erst hervor, was man analysieren möchte. Jason Mittell hatte das auf die schöne Formulierung gebracht: um mehr darüber zu erfahren, was natürliche Arten wie den Vogel Strauss auszeichnet, muss man gewiss auf einen natürlichen Vertreter der Gattung Vogel Strauss schauen. Es gibt aber keinen 'natürlichen' Western - und keinen 'natürlichen' Comic. Daher lernen wir mehr über das, was einen "Comic" auszeichnet, indem wir auf die kulturellen Prozesse seiner Begriffs-Erzeugung (und -Veränderung) blicken: also auf die Evaluationen, Interpretationen und Definitionen anderer Akteure. Manchmal mögen dafür formale Kriterien herangezogen werden, manchmal materiell-technische, manchmal konventionell-institutionelle... Nichts davon wird ganz irrelevant sein, nichts davon umgekehrt aber "essenziell". Es geht schlicht um Relevanz für bestimmte Praxen, nicht zuletzt für bestimmte Hoheits- und Deutungsprozesse; Definitionsmacht; Ein- und Ausschlussverfahren.

    Ein anderes Beispiel aus der Theaterwissenschaft: man mag ausgezeichnete Definitionen haben, was "Theater" ausmacht; lange war beispielsweise "Repräsentation" ein ganz zentrales Kriterium. Dann kamen um 1968 Performances, Happenings, Fluxus auf, für die solche Definitionen nicht mehr gepasst haben. Also wird man sicher nicht sagen: "das interessiert mich als Theaterwissenschaftler_in nicht mehr, das ist nämlich gar kein Theater", wenn es längst Teil der Praxis an Bühnenhäusern ist. Dietrich Grünewald hat einmal sehr richtig geschrieben: „Die Wissenschaft reagiert auf Phänomene, sie schafft sie nicht – auch nicht die Regeln, nach denen die Phänomene zu gestalten wären. Sie versucht zu beschreiben, zu ordnen, zu erkennen, um damit ein besseres Verständnis zu fördern“ (2010, 11). Die "Phänomene", mit denen es etwa Kunsthistoriker (oder -didaktiker) zu tun haben, sind oft Gegenstände und Artefakte. Medienkulturwissenschaftlich sind aber auch die Aussagenformationen und Verwendungsweisen, die Evaluationen, Definitionen und Interpretationen eines medialen Gegenstandsbereichs als Praxen aufzufassen, die immer schon stattfinden. Auch auf diese wäre zunächst einmal zu reagieren, nach Beschreibungen zu suchen. Eine Definition ist ein Spielzug. Wissenschaftlich gesehen kann man die historische Abfolge von Spielzügen beschreiben. Wer aber eigene Aktien darin hat, der verkennt hier meines Erachtens ein wenig die eigene Position.
    Geändert von Unregistriert (02.07.2018 um 19:13 Uhr)

  3. #3
    Christian Bachmann
    Gast
    Ich lese und diskutiere gerne mit, da ich aber für meine eigene Forschungsarbeit mit meiner Definition nah bei Alexander Brauns bin und jenseits meiner Arbeit Lukas Wilde unbedingt zustimme, warte ich erst einmal auf Gegenrede.

  4. #4
    Christian Muschweck
    Gast
    Für mich ist Alexander Brauns Ansatz sehr hilfreich. Man kann durchaus sagen, dass ein Comic dann ein Comic ist, wenn er ein Comic ist, also wenn er im Selbstverständnis eines Comics erschienen ist und von den Lesern als Comic aufgefasst wird. Für die Wissenschaft lässt sich dieser Ansatz dann durchaus variieren, so dass man je nach Zielsetzung Vorläufer des Comics mit einbeziehen kann oder nicht. Auch Einbildstrips kann man durchaus als Comic betrachten, wenn es zur Fragestellung passt, aber man darf sie getrost auch ausschließen.

    Vermutlich tun sich manche Menschen aber schwer mit so vielen Freiheitsgraden und hätten lieber eine präzise Definition. Ich persönlich ziehe es vor, den Begriff diffus zu halten. "Comic" ist ohnehin ein diffuser, unklarer Begriff. Gleichzeitig steht er aber für ein Spannungsfeld von Darstellungsformen, die sich gerade unter diesem Begriff perfekt bündeln lassen. Viel besser, als es unter Scott McClouds Begriff "Sequentielle Kunst" möglich ist, der ja den Einbild-Strip mehr oder weniger willkürlich ausschließt.

  5. #5
    Administrator Avatar von Mick Baxter
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    Das aber weniger willkürlich als der von Alexander Braun bevorzugte Ansatz, der genaugenommen alle Graphic Novels und viele Mangaserien ausschließt. Und zudem den gesamten deutschen Comicmarkt mit Ausnahme von "Asterix" und "Mecki".

    Ich halte Definitionen schon mal für hilfreich, wenn geklärt werden soll, ob man überhaupt von der selben Sache spricht. Da kann es dann auch sich widersprechende geben, man sollte sich dann nur auf eine einigen.

    Und dann sollten Definitionen nach Möglichkeit auch bei einem einzelnen Comic greifen, nicht nur bei einer diffusen Gesamtmenge. Dazu mehr an anderer Stelle.

  6. #6
    Christian Bachmann
    Gast
    Jede Definition ist ihrem Wesen nach willkürlich, manche wirken nur "natürlicher" als andere. Mick Baxter, du suchst augenscheinlich nach einer ahistorischen (überzeitlichen) Definition, die möglichst viele historische (zeitspezifische) Formen 'graphischer Narration'* umfasst. Solche Definitionen kann man formulieren, sie müssen aber sehr viel Heterogenes umfassen und werden entsprechend vage. Ein Beispiel dafür ist McClouds berühmte Definition. McCloud wählt (willkürlich) die Form des Erzählens als Basis seiner Definition aus: mindestzahl von Panels, Bilder, ggf. Texte, in Kombination etc. pp. Dabei lässt er jedoch manches andere Kriterium weg. Eine Definition könnte zum Beispiel auch das Herkunftsland des Produkts einbeziehen (bspw. Manga = graphische Narration aus Japan), eine andere Definition die Funktion (Comic = unterhaltende seriell produzierte und repzipierte Bilderfolge in Tageszeitungen), die Möglichkeiten sind hier Vielfältig und richten sich allein nach dem Zweck der Definition. Es lohnt sich angesichts einer bestimmten Defintion immer zu fragen, warum sie genau so formuliert wurde, wie sie es wurde. McCloud zum Beispiel benötigt mindestens deshalb eine rein formale Definition, damit er (a) Inhalte und Akteuere ausblenden kann, (b) internationale Beispiele bringen kann (Manga, Comic) und (c) Phänomene unterschiedlicher historischer Provenienz einbeziehen kann. Das ist deshalb wichtig für ihn, weil sein Buch und mithin auch seine Definition politisch motiviert ist: Er möchte Comics nobilitieren, indem er sie zu einer Form stilisiert, die "künstlerisch" genutzt werden kann. Damit kann er übergehen, dass diese Form zum Zeitpunkt der Formulierung seiner Definition überwiegend gerade nicht "künstlerisch" genutzt wurde. Indem er "Comics" (als Kanne) von ihren Inhalten (als Getränk in der Kanne) trennt, muss er zum Beispiel nicht darauf eingehen, dass viele Comics erzählerisch und inhaltlich schrott sind. Vgl. Lukas Hinweis dazu, dass Definitionen Ausschließmechanismen sind. Es ist natürlich legitim, das so zu machen. Ich würde aber als Gegenposition entgegenhalten, dass viele Charakteristika von Comics entwickelt wurden, um bestimmte Inhalte graphisch darzustellen. (In meinem Buch über Musik im Comic habe ich versucht, das an wenigen Beispielen zu zeigen. Ein Buch zu weiteren Beispielen kommt demnächst.)

    * Graphische Narration/graphic narrative ist ein Begriff, der in jüngerer Zeit als Oberbegriff herangezogen wurde, um darunter verschiedene historische Ausprägungen zu subsummieren. Er wäre womöglich einen eigenen Thread wert.

  7. #7
    Lukas Wilde
    Gast
    Du hast das viel schöner erklärt als ich, Christian... ich finde es auch immer wieder bemerkenswert, dass an dieser Stelle so häufig ein Bedürfnis nach "klaren Kriterien" und "eindeutiger Verständigung" artikuliert wird, wofür ich grundsätzlich allergrößtes Verständnis habe. Aber vielleicht ist es hilfreich, auch nochmal kurz über den Unterschied von sogenannter "ordinary language" und einem "terminus technicus", einem Fachbegriff, nachzudenken.

    Ein Begriff - wie "Comic" - ist zunächst mal eine Unterscheidung. Indem wir einen Begriff auf einige Gegenstände anwenden und auf andere nicht, klassifizieren wir damit alle diejenigen Gegenstände, auf die wir ihn anwenden, und unterscheiden sie damit zugleich von denjenigen, auf die wir ihn nicht anwenden. Es spräche nichts dagegen, einen Begriff für alle Gegenstände vorzuschlagen, die man in einem Fahrradkorb transportieren kann - nur hätte dieser keinen allzu großen Anwendungsbereich.

    Die Begriffe, die man eher anhand ihrer Definition ("intensional") verwendet, sind Fachbegriffe, die explizit per Setzung eingeführt werden und damit ihre "Willkürlichkeit" auch gar nicht verschleiern müssen - oder auf eine wissenschaftliche Begriffsgeschichte zurückblicken können. Dietrich Grünewald definiert einfach, was er unter einem "Prinzip Bildergeschichte" verstanden wissen will, und dann können wir anhand dessen schauen, ob wir etwas Neues oder Interessantes über Gegenstandsbereiche erfahren, auf die sein Begriff möglicherweise zutrifft. Das halte ich für sehr sinnvoll. Groensteen denkt sich "ikonische Solidarität" aus, benennt, was er darunter versteht, nun kann die Debatte beginnen! Für solche Fachbegriffe sind harte Kriterien und klare Definitionen nützlich und sinnvoll. Man würde daher auch nicht sagen, ein Fachbegriff wie "Fokalisierung" oder "Narrativität" ist "das, was darunter verstanden wird"; weil es auch keine "Fokalisierungs Con Germany", keine "fokalisierungsgate.de"-Rezensionsseiten und kein "Fokalisierungs-Regal" in der Buchhandlung gibt.

    Das ist bei dem Terminus "Comic" natürlich anders. Der existiert ja bereits. Hier gibt es sogar viele professionelle Personengruppen (Künstler_innen, Rezensent_innen, Händler_innen, Herausgeber_innen, Messeleiter_innen, Druckereien, Vertriebe u.v.m.) die ein professionelles Interesse an ihrer jeweils eigenen Verständigung mit- und untereinander haben und dabei viele eigene ökonomische, strategische und politische Ziele verfolgen. Das ist nicht nur legitim, sondern auch unabdingbar. Eine solche Bezeichnung wird daher in den seltensten Fällen intensional (nach einer Definition, nach wessen auch?) verwendet werden, sondern eher extensional: man sieht, was ein "Comic" ist, daran, indem man sich anschaut, wie der Term (historisch, kulturell und sozial höchst wandelbar) verwendet wird. Mit Wittgenstein würde man von Sprachspielen sprechen, die immer schon am Laufen sind. Diese Spiele und ihre impliziten Regeln - die von Machtansprüchen und Hoheitskämpfen zwischen unterschiedlichen Akteursgruppen durchzogen sein werden, denn wie sollte es auch anders sein - kann man studieren, und das ist höchst aufschlussreich. Zumeist sind sie ja auch nicht ganz beliebig, sondern haben eine Prototypen-Struktur. Wenn man sich anschaut, wie der Terminus "Comic" verwendet wurde und wird, stößt man so auf interessante *typische* Muster, die sich aber auch drastisch verschieben können (Beispiel diagrammatische Webcomics wie XKCD, die nicht einmal mehr mit "Bildergeschichten" etwas zu tun haben, dennoch aber ganz klar unter demlr Bezeichnung "Comic" adressiert werden).

    Was man zumeist nicht tun kann, ist, die normale Sprache zu regulieren; Vorschriften für all diese Sprachspiele und Verständigungspraxen zu machen, die innerhalb all unserer Akteursgruppen tagtäglich stattfinden. Im allerbesten Fall wäre ein solcher Regulationsversuch ambige und missverständlich: man müsste eigentlich immer mit angeben (wenn man etwa vom "Comic" spricht), ob man nun den (eher intensional regulierten) Fachbegriff oder den (eher extensional verwendeten) Alltagsbegriff meint. Und dann sind es eigentlich ja doch zwei Begriffe (mit der gleichen Bezeichnung), die man auch gleich so erkenntlich machen und voneinander unterscheiden kann. Das macht die Sprache dann tatsächlich klarer und verständlicher.
    Geändert von Unregistriert (03.07.2018 um 11:12 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von Christian Muschweck Beitrag anzeigen
    Viel besser, als es unter Scott McClouds Begriff "Sequentielle Kunst" möglich ist, der ja den Einbild-Strip mehr oder weniger willkürlich ausschließt.
    Wenn dieses eine Bild keinen Bezug nimmt auf andere Einzelbilder mit den gleichen Protagonisten, ist es dann eben nicht einfach ein Cartoon? Sind die Einbild-Folgen von "Hägar" ohne Kenntnis der Figurenkonstellation der Serie überhaupt verständlich (IMMER verständlich)? Eine Definition, die das logisch zu trennen vermag, dürfte schwer zu formulieren sein.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Christian Bachmann Beitrag anzeigen
    Eine Definition könnte zum Beispiel auch das Herkunftsland des Produkts einbeziehen (bspw. Manga = graphische Narration aus Japan), eine andere Definition die Funktion (Comic = unterhaltende seriell produzierte und repzipierte Bilderfolge in Tageszeitungen), die Möglichkeiten sind hier Vielfältig und richten sich allein nach dem Zweck der Definition.
    Eine Defintion, die das Herkunftsland einbezieht, KANN aber keine Definition für ALLE Comics sein. Und wenn nur in EINEM Land Comics gezeichnet/produziert würden, wäre das Kriterium sinnlos. Das ist dann wie Wirbeltiere und Stoffwechsel.

    Zitat Zitat von Christian Bachmann Beitrag anzeigen
    Vgl. Lukas Hinweis dazu, dass Definitionen Ausschließmechanismen sind. Es ist natürlich legitim, das so zu machen.
    Natürlich ist es legitim. Aber wenn eine Definition mehr ausschließt als einschließt, was allgemein unter dem Begriff verstanden wird, darunter auch den schöpferischen Akt selber, darf sie auch als bescheuert bezeichnet werden.

  10. #10
    Definitionen dienen dazu, die Verwendung eines Terminus festzulegen. Sie sind also genau dann sinnvoll, wenn man angeben kann, wo diese Festlegung gelten soll.

    Beispiele sind:

    -- Jemand legt fest, wie er oder sie selbst den Terminus im eigenen Text verwenden wird, damit alle Leserinnen und Leser möglichst genau verstehen können, was er oder sie meint, wenn der Terminus in dem Text vorkommt.

    -- Ein_e Herausgeber_in legt fest, wie alle Beiträger_innen zu dem herausgegebenen Werk einen bestimmten Terminus verwenden sollen.

    -- Ein Gesetz legt fest, wann eine bestimmte Handlung im Sinne dieses Gesetzes eine bestimmte Straftat darstellt, und bestimmt damit, wie der Terminus u.a. vor Gericht verwendet wird.

    -- Bei der Formulierung einer empirisch überprüfbaren Hypothese ('Gegenstände mit Masse ziehen einander an.') wird für die Überprüfung festgelegt, was genau gemeint ist ('Masse', 'anziehen'), damit man in jeder gemeinten Situation bestimmen kann, ob die Hypothese erfüllt ist, oder nicht (Da sind zwei Gegenstände mit Masse -- sie ziehen sich an!' 'Da sind zwei Gegenstände mit Masse -- sie ziehen sich nicht an!')

    Verfolgst Du mit dem geplanten Beitrag eine entsprechende Absicht? Geht es Dir darum, dass Du besser verstanden wirst, oder dass alle Beiträger_innen zum COMIC!-Jahrbuch, oder alle Mitglieder einer anderen Gruppe, sich in Zukunft an eine bestimmte Definition halten? Willst Du überprüfbare Hypothesen formulieren?

    Wenn nichts derartiges der Fall ist, wird eine Definition tatsächlich nicht zielführend sein.

    Es lohnt sich, im Auge zu behalten, dass Definitionen ziemlich sperrige Instrumente sind. Man verwendet sie nur dort, wo man sich nicht darauf verlassen kann, dass sprachliche Kommunikation schon irgendwie funktionieren wird, weil alle Beteiligten einander halbwegs gut verstehen. Das führt unter anderem dazu, dass man bei Definitionen wirklich genau das meinen muss, was man sagt, und nicht das, was andere schon irgendwie trotzdem richtig verstehen werden. Du sagst zum Beispiel in einem Thread nebenan, dass Comics etwas sind, "was man sehen kann". Wenn man das wirklich als Definition ernst meint, verwandeln sich einige Gegenstände, die zuerst keine Comics sind, plötzlich in Comics, wenn ich meine Brille aufsetze. Wer in diesem Moment, wie ich auch, sagt: Das ist ja albern, so war das ja offensichtlich nicht gemeint!, drückt damit aus, dass er oder sie für diesen Bereich nicht mit Definitionen arbeiten will. Und hat Recht.
    Geändert von Stephan Packard (08.09.2018 um 05:16 Uhr)

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